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Unser Beruf in unseren Händen

Information für Hundeschulen u. ä. zu COVID-19 (Corona)


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir geben euch hier erste detaillierte Informationen an die Hand, die euch im Umgang mit dem Hundeschulbetrieb weiterhelfen können.
Bitte schaut unbedingt auch auf den lokalen Internetseiten nach, um für euch relevante Informationen aus euren Städten und Kreisen zu entnehmen. Eure regionalen Ansprechpartner informieren Euch in den lokalen Facebook-Gruppen laufend.

Vorsorglich die Hundeschule schließen? Bitte nicht!
Grundsätzlich sollten Vorgaben zu erforderlichen Schließungen von Betrieben von staatlichen Stellen getroffen werden. Dadurch werden inhaltlich konsistente und kompetente verbindliche Vorgaben gewährleistet und es besteht für die von Schließung betroffener Betriebe ein Anknüpfungspunkt für die Geltendmachung von Entschädigungsleistungen.

Wir würden dringend empfehlen, die Hundeschule erst zu schließen, wenn eine Anordnung nach § 56 Abs. 4 Satz 2 IfSG vorliegt! ***

Ob es Entschädigungen geben wird, wenn ihr eure Angebote vorsorglich absagt, bezweifeln wir! Hinzu kommt, dass eine Dauer einer Schließung aktuell gar nicht abzusehen ist. Am Ende entscheidet ihr aber selbst, wir geben hier lediglich eine Empfehlung ab.

Fakt ist: Wir haben aktuell nur Anspruch auf Entschädigungsleistungen, wenn eure Hundeschule geschlossen wird (Quarantäne gem. § 56 IfSG)! https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__56.html
 
Maßnahmen zur Reduzierung von Übertragungen
Es treffen selbst in großen Hundeschulen mit mehreren Kursen nur wenige Personen nah zusammen. Das Risiko, sich anzustecken, kann mit der Einhaltung von wenigen Maßnahmen noch zusätzlich reduziert werden. Einige Möglichkeiten, die ihr vermutlich schon beachtet:
  • Wir arbeiten glücklicherweise im Außenbereich, so dass um einen Abstand von 1,5m zwischen den Teilnehmern gebeten werden kann
  • Plant einige Minuten Pufferzeit zwischen den Kursen ein
  • Bittet die Kunden, nicht früher zu kommen und nach der Stunde die Örtlichkeit umgehend zu verlassen
  • Mögliche Hygienemaßnahmen anbieten ist in unserem Bereich oft schwierig und innerhalb der Kurse nicht nötig
  • Benutzt weniger Material, wie Stangen, Hütchen etc. oder baut diese selbst auf
  • Verzichtet auf „Kaffeerunden“ in den Stunden
  • Schickt krank wirkende Kunden umgehend nach Hause

Im Bedarfsfall wären die Kontaktpersonen zuverlässig greifbar, da namentlich und mit Kontaktdaten bekannt.
Es stehen mildere Mittel als eine vorsorgliche Schließung zur Verfügung wie:
  • Absagen von Kunden, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben
  • Absagen von Kunden, die zu besonders gefährdeten Gruppen gehören

Diese Entscheidungen haben wir auch sonst im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen zu treffen.
 
Derzeitige arbeitsrechtliche Möglichkeiten
Ihr könnt auch jetzt noch arbeitsvertragliche Regelungen der gegebenen Situation anpassen (z.B. über Ergänzungen zum Arbeitsvertrag) wie beispielsweise Ausschluss einer Entgeltfortzahlung nach §616 BGB oder eine Vereinbarung zur Kurzarbeit (siehe unten unter Kurzarbeitergeld).
Über die arbeitsrechtlichen Aspekte gibt es ein FAQ auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Ihr findet es unter diesem Link: https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html
 
Beantragen Sie Kurzarbeitergeld
Ganz sicher haben viele von uns mit Angestellten bereits jetzt mit Ausfällen zu kämpfen. Von daher beantragt für eure Mitarbeiter*innen unbedingt Kurzarbeitergeld. Lasst euch von dem mehrseitigen Antragsformular nicht abschrecken.

Die Voraussetzungen für Kurzarbeit sind dann erfüllt, wenn der Anteil der im Betrieb Beschäftigten, die vom Arbeitsausfall betroffen sind, 10 Prozent oder mehr beträgt. Mit anderen Worten: einer von 10 Beschäftigten muss vom Arbeitsausfall betroffen sein.

Kurzarbeitergeld kann unterschiedlich beantragt werden:
  • Vollständig; d.h., die Arbeitnehmer*in arbeitet gar nicht und erhält eine Lohnersatzleistung in Höhe von 60 bzw. 67 % vom Arbeitsamt.
  • Teilweise: d.h., die Arbeitnehmer*in arbeitet nur noch einen gewissen Anteil, z.B. 40 %. Für die 40 % wird anteilig das Gehalt gezahlt, die Differenz wird vom Arbeitsamt in Höhe der oben genannten Sätze übernommen und der Verdienstausfall damit teilweise ausgeglichen.
  • Die Überstunden der Arbeitnehmer*innen müssen zuvor nicht vollständig abgebaut werden.
  • Urlaub muss nicht zwangsläufig vorher genommen werden

Wichtig: Ihr als Arbeitgeber*innen könnt Kurzarbeit nicht einseitig anordnen.
Eure Arbeitnehmer*innen müssen dieser zustimmen. Einen entsprechenden Formulierungsvorschlag erarbeiten wir zur Zeit (bitte Anfrage per Mail). Und hier noch ein Link für eure Arbeitnehmer*innen: https://www.arbeitsagentur.de/datei/Merkblatt-8b-Kurzarbeitergeld_ba015388.pdf
Wichtig: Eine Anzeige von Kurzarbeit muss in dem Kalendermonat bei der zuständigen Agentur für Arbeit eingereicht werden, in dem die Kurzarbeit anfällt. Das heißt: Wenn ihr für März noch Kurzarbeitergeld beantragen wollen, muss die Anzeige bis zum 31. März vorliegen.
 
Wir hoffen, dass wir euch ein wenig Unterstützung geben konnten und ihr nun gut gerüstet in die kommende Woche starten könnt. Weitere Informationen folgen bei Bedarf. Bleibt alle gesund!

Nachtrag ***
Also erst einmal Euer Gesundheitsamt anschreiben und nachfragen.
Denn man muss unterscheiden in:

  • Man ist selbst erkrankt - dann ist alles klar und man darf nicht arbeiten,
  • Man ist nicht erkrankt, dann hängt es von der Art der Tätigkeit ab. Die kann aber nur jeder für sich alleine darlegen. Denn die Arbeitsaufnahme kann man nicht untersagen (bisher)
  • Man ist nicht erkrankt, hat aber aufgrund Pandemie keine ausreichenden Einnahmen, dann wird man wohl seinen Verdienstausfall und die Notwendigkeit einer Zahlung/Stundung/Kredit usw. belegen müssen.

Nur wenn diese - oder ein Erlass - die Schließung festlegt, seid ihr auf der sicheren Seite.


AUTORENPORTRÄT



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ProHunde
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